„ChatGPT Ads verändern nicht einfach einen Kanal – sie verschieben den Moment, in dem Werbung sichtbar wird.”
ChatGPT Ads kommen – der bestätigte Stand (Januar 2026)
OpenAI hat offiziell bestätigt, dass Werbung in ChatGPT eingeführt wird. Der Start erfolgt pilotiert, begrenzt und bewusst vorsichtig.
Was wir aktuell sicher wissen:
- Start als USA-Pilot für Free- und Go-Nutzer
- Bezahlte Pläne (Plus / Pro / Business / Enterprise) bleiben werbefrei
- Anzeigen erscheinen unterhalb der KI-Antwort, optisch getrennt und klar als „Sponsored” gekennzeichnet
- Ads sollen die eigentliche Antwort nicht beeinflussen
- Keine Werbung für unter 18-Jährige
- Keine Werbung in sensitiven Themen (z. B. Gesundheit, Politik)
- Nutzer können personalisierte Werbung deaktivieren und Daten löschen
Noch offen:
- Preise & Auktionsmechanik
- Skalierung & internationaler Rollout
- Wie interaktiv Ads mittelfristig werden (Conversational Ads, In-Chat-Actions)
Kurz: ChatGPT Ads sind real – aber noch früh.
Warum ChatGPT Ads anders sind als klassische Ads
Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Format, sondern im Nutzungsmodus.
ChatGPT wird im B2B selten genutzt, um sich inspirieren zu lassen. Es wird genutzt, um konkrete Probleme zu lösen:
- „Welche Alternative zu Salesforce passt für unser Setup?”
- „Welche Ads-Kombination funktioniert für Enterprise-B2B wirklich?”
Das sind keine Awareness-Fragen. Das sind Evaluierungs- und Entscheidungsfragen.
Compressed Intent: Warum der Funnel kürzer wird
In ChatGPT fallen mehrere Funnel-Stufen zusammen:
- Das Problem ist klar
- Der Kontext ist vorhanden
- Die Erwartung ist eine konkrete Empfehlung
ChatGPT Ads setzen nach der Einordnung durch die KI an – genau dann, wenn Nutzer anfangen, Optionen abzuwägen.
Das ist Compressed Intent: weniger Schritte, höhere Entscheidungstiefe.

Nutzer, die über ChatGPT auf eine Website gelangen, konvertieren 10- bis 13-mal häufiger als Nutzer von traditionellen Suchmaschinen. Der Grund: Sie sind bereits im Entscheidungsprozess – nicht am Anfang ihrer Recherche.
Wo ChatGPT Ads im B2B-Funnel sinnvoll sind
| Kanal | Rolle im Funnel | Typischer Nutzen |
|---|---|---|
| LinkedIn Ads | Awareness & frühe Consideration | Kategorie besetzen, Bedarf vorbereiten, Vertrauen aufbauen |
| ChatGPT Ads | Evaluation / Decision | Im Entscheidungs- und Shortlist-Moment sichtbar sein |
| Google Search Ads | Research & Transaction | Aktive Anbieter- und Marken-Suche abfangen |
Wichtig: ChatGPT Ads ersetzen keine dieser Plattformen. Sie ergänzen sie.
Der zentrale Effekt: Brand Search wird steigen
Ein Punkt, der oft unterschätzt wird:
Wenn Nutzer deine Marke in ChatGPT sehen, klicken sie nicht zwingend sofort.
Was sehr wahrscheinlich passiert:
- Sie merken sich den Namen
- Sie googeln ihn später
- Sie suchen gezielt nach deiner Brand
Konsequenz: ChatGPT Ads wirken häufig indirekt – und treiben Brand Search in Google.
Deshalb ist das Zusammenspiel entscheidend:
- ChatGPT Ads erzeugen Sichtbarkeit im Entscheidungsmoment
- Google Search Ads fangen die steigenden Brand- und Solution-Searches ab
Wer ChatGPT testet, aber Brand Search nicht sauber absichert, verschenkt Nachfrage.
Und wo passt LinkedIn rein?
LinkedIn ist kein Muss – aber ein starker Verstärker, wenn Budget da ist.
LinkedIn Ads können:
- Problem- und Kategorienverständnis aufbauen
- Marken mental verfügbar machen
- Vertrauen vor der eigentlichen Entscheidung erzeugen
Der typische Stack sieht dann so aus:
- LinkedIn Ads: vorbereiten
- ChatGPT Ads: entscheiden helfen
- Google Search Ads: Nachfrage einsammeln

Herausforderungen, die man ehrlich benennen muss
Trust
Werbung im Beratungs-Kontext muss extrem sauber gespielt werden. Nutzer erwarten von ChatGPT eine neutrale Empfehlung – nicht Werbung, die als Antwort getarnt ist.
Messbarkeit
Weniger klassische Attribution, mehr indirekte Effekte. Der Impact zeigt sich oft erst in steigenden Brand Searches – nicht im direkten Klick.
Kontrolle
Weniger Stellschrauben als bei Google oder LinkedIn. Du kannst nicht auf Keywords bieten oder Zielgruppen manuell definieren.
Das ist kein Bug – das ist Teil des neuen Formats.
So bereitest du dich vor
1. Brand Search absichern
Bevor du in ChatGPT Ads investierst: Stelle sicher, dass deine Google Ads Brand-Kampagnen sauber laufen. Sonst verschenkst du die Nachfrage, die ChatGPT generiert.
2. Positionierung schärfen
ChatGPT empfiehlt Marken, die klar positioniert sind. Generische Anbieter gehen unter. Arbeite an einer starken B2B-Positionierung, die in einem Satz erklärt, warum du die beste Wahl für ein spezifisches Problem bist.
3. Für organische Erwähnungen optimieren
Bevor bezahlte ChatGPT Ads verfügbar sind: Werde organisch relevant. ChatGPT bezieht Informationen aus dem Web – strukturierte Inhalte und klare Messaging erhöhen die Chance, empfohlen zu werden.
4. Den Stack planen
Denke nicht in einzelnen Kanälen, sondern im Zusammenspiel:
- Wo baust du Awareness auf? (LinkedIn, Content)
- Wo fängst du Entscheidungen ab? (ChatGPT Ads)
- Wo sammelst du Nachfrage ein? (Google Search)
Fazit
ChatGPT Ads sind kein weiterer Performance-Kanal.
Sie sind ein neuer Entscheidungs-Touchpoint im B2B-Funnel.
Wer sie isoliert betrachtet, wird enttäuscht sein. Wer sie mit Google Search Ads (und optional LinkedIn) kombiniert, baut einen deutlich stabileren Ads-Stack.
Häufige Fragen zu ChatGPT Ads
Kommen ChatGPT Ads wirklich? Ja. OpenAI hat den Start offiziell bestätigt (Pilotphase USA).
Sind ChatGPT Ads eher Awareness oder Performance? Eher Evaluation/Decision – nicht klassische Awareness.
Ersetzen ChatGPT Ads Google Ads? Nein. Sie verschieben Nachfrage – Google fängt sie ab.
Brauche ich LinkedIn Ads zusätzlich? Nicht zwingend. Aber sie verstärken den Effekt, wenn Budget vorhanden ist.
Wann kommen ChatGPT Ads nach Deutschland? Noch nicht bekannt. Der USA-Pilot läuft erst an.
Weiterlesen: Erfahre mehr über Google Ads im KI-Modus als Ergänzung oder wie du mit KI-gestützter Marktforschung deine Zielgruppe besser verstehst.