Der ungewöhnliche Pricing-Ansatz
IFTTT (If This Then That) – die Automatisierungsplattform mit Millionen Nutzern – hat einen radikalen Schritt gewagt: Kunden dürfen den Preis für ihr Pro-Abo selbst bestimmen.
Wie es funktioniert
- Minimum: 1,99$ pro Monat
- Kein Maximum: Kunden können zahlen, was sie wollen
- Keine Trial-Periode: Sofortige Conversion
Warum das strategisch clever ist
1. Reaktivierung inaktiver Nutzer
IFTTT hatte Millionen von Free-Usern, die nie konvertierten. Mit dem flexiblen Pricing senken sie die Einstiegshürde drastisch.
2. Preisdiskriminierung ohne Aufwand
Kunden, denen der Service viel wert ist, zahlen mehr. Preissensible Kunden zahlen weniger – aber sie zahlen.
3. Vereinfachter Checkout
Keine komplexen Tier-Entscheidungen. Ein Schieberegler, fertig.
Die Psychologie dahinter
- Reziprozität: Wer den Service schätzt, fühlt sich verpflichtet, fair zu zahlen
- Ownership: Der selbst gewählte Preis erhöht das Commitment
- Kein Buyer’s Remorse: Man hat ja selbst entschieden
Wann dieser Ansatz funktioniert
- Große bestehende Nutzerbasis (wie IFTTT)
- Niedriger Marginal Cost pro User
- Starke emotionale Bindung zum Produkt
Wann nicht
- Hohe Kosten pro Nutzer
- B2B mit festen Budget-Prozessen
- Produkte ohne etablierte Nutzerbasis
Fazit
IFTTTs Pricing ist kein Verzweiflungsakt, sondern eine clevere Acquisition-Strategie. Sie tauschen kurzfristige Revenue-Optimierung gegen langfristige Nutzerbindung.